Internal Family Systems, abgekürzt IFS, ist ein Ansatz zur Arbeit mit inneren Anteilen. Gemeint sind unterschiedliche Gefühle, Bedürfnisse und Reaktionsweisen, die sich manchmal widersprechen. Das Bild einer inneren Familie soll diese Dynamik anschaulich machen. Es beschreibt ein therapeutisches Modell und bedeutet nicht, dass mehrere eigenständige Personen in einem Menschen vorhanden wären.
Grundidee
Im Modell können bestimmte Anteile Schutzaufgaben übernehmen, während andere verletzliche Gefühle repräsentieren. Die begleitende Person lädt dazu ein, diesen Perspektiven neugierig und mit Abstand zu begegnen. Ziel ist, innere Gegensätze besser zu verstehen, statt einzelne Regungen vorschnell abzuwerten. IFS verwendet dafür eine eigene Begrifflichkeit. Diese muss nicht wörtlich übernommen werden, wenn sie für Sie nicht passt. Die Studienlage ist begrenzt. Die Zuordnung zu systemischen Angeboten bedeutet außerdem nicht, dass IFS mit der anerkannten Systemischen Therapie gleichzusetzen ist. Eine Sammlung veröffentlichter Arbeiten führt das IFS Institute als Anbieter des Ansatzes.
Wie läuft eine Sitzung ab?
Eine Sitzung kann bei einem aktuellen inneren Konflikt beginnen: Ein Teil möchte beispielsweise eine Grenze setzen, während ein anderer Ärger befürchtet. Die Fachperson unterstützt Sie dabei, Gefühle, Gedanken und Körperempfindungen genauer zu beschreiben. Manchmal werden innere Bilder genutzt. Praxen gestalten das Vorgehen unterschiedlich. Das Tempo sollte sich an Ihrer Belastbarkeit orientieren. Deutungen über verborgene Erinnerungen dürfen nicht als Tatsachen vorgegeben werden. Zum Abschluss kann besprochen werden, welche Einsichten im Alltag hilfreich erscheinen und wie Sie nach der Sitzung wieder Orientierung finden.
Für wen kann das Verfahren in Frage kommen?
Der Ansatz kann für Menschen in Frage kommen, die innere Widersprüche mit einem bildhaften Modell erkunden möchten. Bei Angst und Sorge oder nach einem belastenden Ereignis ist eine sorgfältige fachliche Einschätzung besonders wichtig. Die Beschäftigung mit verletzlichen Gefühlen kann aufwühlend sein. Nicht jedes Anliegen sollte unmittelbar mit intensiver innerer Arbeit bearbeitet werden. Bei starken Einschränkungen kann zunächst eine andere Versorgung oder ein stärker stabilisierendes Vorgehen erforderlich sein.
Worauf Sie achten können
Erfragen Sie sowohl die allgemeine berufliche Qualifikation als auch die spezifische IFS-Ausbildung und Supervision. Ein Methodenabschluss allein beschreibt nicht die gesamte Behandlungskompetenz. Nutzen Sie das Erstgespräch, um Grenzen, Kosten und die Reaktion auf Überforderung zu klären. Bei körperlichen Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung wichtig. Sie sollten Übungen unterbrechen und eine andere Sprache für Ihr Erleben wählen dürfen. Fragen Sie außerdem, wie die Fachperson prüft, ob dieser Ansatz zu Ihrem Anliegen und Ihrem aktuellen Unterstützungsbedarf passt.
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Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.




